Teil 1: Liebe - Grundzutat für ein glückliches Aufwachsen
Der Titel erscheint kitschig. Und du wirst denken: „Natürlich liebe ich mein Kind!“ – und das ist vermutlich auch richtig. Aber liebst du dein Kind so, wie es geliebt werden muss? Du erkennst sicher, dass ich auf etwas Bestimmtes hinaus möchte. Die Frage ist nämlich nicht, ob du dein Kind liebst, sondern ob du es um seiner selbst willen liebst?
Möglicherweise bist du auch davon überzeugt, dass dein Kind diese Erfahrung macht oder gemacht hat. Aber Fakt ist, dass nur wenige Kinder das Glück haben, so geliebt zu werden!
Ich möchte dir hierzu ein paar Fragen stellen, die du selbst für dich beantworten kannst:
-) Wie reagierst du, wenn dein Kind eine schlechte Schulnote bekommt?
-) Wie reagierst du, wenn dein Kind einen Wutanfall bekommt?
-) Oder ganz generell gesprochen: Wie reagierst du, wenn dein Kind nicht nach deinen Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen handelt?
Bist du sauer? Enttäuscht? Gibt es Hausarrest oder Naschverbot?
Du wirst jetzt denken: „Soll ich erfreut sein über einen 5er im Deutschdiktat? Oder soll ich jubeln, wenn sich mein Kind heulend vor der Supermarktkasse auf den Boden wirft, weil es keinen Lutscher bekommt?“ – Nein, natürlich nicht! Jeder Elternteil kennt solche herausfordernden Situationen. Sie sind nämlich keine Seltenheit, sondern manchmal sogar mehrmals täglich an der Tagesordnung. Ich möchte dir jetzt nicht für jede erdenkliche Situation einen Handlungsleitfaden an die Hand geben, wie du reagieren sollst. Den hab ich leider selbst nicht! Auch ich bin manchmal heillos überfordert mit bestimmten Situationen, hahaa
Aber ich möchte dich zu dem wertvollen Grundgedanken dieses Blogbeitrages zurückführen. Dein Kind muss spüren, dass es so, wie es ist, richtig ist und dass es um seiner selbst willen bedingungslos geliebt wird.
Das ist eine schwierige Aufgabe, aber es gibt einen ganz einfachen Indikator dafür! Kinder dürfen nicht das Gefühl haben, dass sie sich anstrengen müssen, um von dir geliebt zu werden!! Lies diesen Satz nochmal und denk drüber nach!
Würdest du dein Kind mehr lieben, wenn es bessere Schulnoten hätte oder ein emotionsloser Roboter wäre, der keine Fehler macht und keine Bedürfnisse hat? Vermutlich nicht! Viele Kinder denken das aber und versuchen sich langfristig so zu verstellen und anzustrengen, um mehr so zu werden, wie ihre Eltern sich das wünschen... und das alles nur, um mehr geliebt zu werden! Das ist sozusagen ein Urinstinkt, denn Liebe und Zugewandtheit verspricht ihnen Schutz und Geborgenheit.
Was ist jedoch die Konsequenz? Die Kinder verlieren ihre Leichtigkeit und werden zu Erwachsenen, die sich ihr ganzes Leben lang fremdgesteuert fühlen. Sie sind vollkommen abhängig von der Bewertung anderer Menschen. Sie sind permanent angespannt und können nie ein glückliches Leben nach ihren Vorstellungen führen, weil sie befürchten, dann nicht die ersehnte Zuneigung zu bekommen. Und das alles deswegen, weil sie nie erfahren haben, dass sie so, wie sie sind, gut genug und richtig sind!
Mit deinen Reaktionen und Handlungen als Elternteil kannst du die Weichen legen... hin zu einer glücklichen Kindheit voller Liebe und Akzeptanz... und in weiterer Folge einem glücklichen Erwachsensein! Es ist eine kleine Stellschraube mit enormer (Aus)Wirkung. Bitte sag es deinem Kind und vor allem, zeig es deinem Kind... täglich!
Und mein ganz persönlicher Tipp: Wenn du etwas aus der Emotion heraus zu deinem Kind gesagt hast, das du hinterher bereust, dann sag es ihm ebenfalls! Entschuldige dich! Kein Mensch ist perfekt und wir alle machen Fehler! Dein Kind wird sich dadurch noch mehr akzeptiert und respektiert und in weiterer Folge wertvoll und geliebt fühlen.
In diesem Sinne: Alles Liebe,
eure Martina von LIONHERZ <3