7 Spielideen für Regentage: So wird das Spielzelt zum Abenteuerort
Draußen regnet es, der Himmel ist grau und drinnen fällt irgendwann dieser eine Satz:
„Mamaaaa, mir ist langweilig!“
Vielleicht während du gerade deinen Kaffee trinken möchtest. Oder die Wäsche zusammenlegst. Oder einfach einmal zwei Minuten nichts tun wolltest, hahaa.
Und schon überlegen wir: Was könnten wir machen? Basteln? Backen? Einen Ausflug planen?
Dabei muss es meiner Meinung nach gar nicht immer etwas Großes sein. Wir brauchen nicht für jeden Regentag ein ausgeklügeltes Beschäftigungsprogramm. Manchmal reichen ein paar Kuscheltiere, eine Decke und ein kleiner Anstoß, damit aus einer gemütlichen Ecke plötzlich eine ganz andere Welt wird.
Genau das mag ich an Spielzelten und Tipis so gerne. Sie geben nicht vor, was darin passieren muss.
Heute eine Tierarztpraxis. Morgen ein Campingplatz. Und manchmal einfach nur ein Ort, an dem der Teddy schlafen darf.
Ich habe deshalb sieben Spielideen für dich gesammelt, die du ganz unkompliziert ausprobieren kannst. Nicht als Liste, die abgearbeitet werden muss! Sondern als kleine Einladung. Vielleicht ist ja etwas dabei, das deinem kleinen Lieblings gerade Freude macht. :)
1. Die Kuscheltier-Arztpraxis öffnet ihre Türen
Ohje, der Teddy hat Bauchweh und dem Hasen tut das Ohr weh. Zum Glück gibt es im Spielzelt heute eine Kuscheltier-Arztpraxis!
Ein paar Stofftiere, ein kleines Handtuch als Untersuchungsliege und ein Spielzeug-Arztkoffer reichen schon aus. Wenn ihr keinen habt, können auch ein Löffel und ein Waschlappen zu wichtigen medizinischen Geräten werden. Kinder sind da oft herrlich erfinderisch.
Vielleicht möchtest du den ersten Patienten bringen: „Guten Morgen, mein Teddy fühlt sich heute gar nicht wohl. Können Sie ihm helfen?“
Und dann darf dein Kind übernehmen.
Bei jüngeren Kindern reicht es vielleicht, den Teddy zuzudecken und liebevoll zu streicheln. Größere Kinder können Termine vergeben, Rezepte malen oder ein Wartezimmer einrichten.
Was ich daran besonders schön finde: Im Spiel darf dein Kind entscheiden, fürsorglich sein und seine eigenen Ideen einbringen. Und manchmal braucht der Teddy eben keine Untersuchung, sondern einfach eine Umarmung.
Auch eine gute Behandlung. ;)
2. Taschenlampen-Geschichten in der Höhle
Eine gemütliche Decke, ein paar Kissen und eine Taschenlampe. Viel mehr braucht es dafür nicht.
Macht es euch im Zelt bequem und schaut gemeinsam, welche Schatten an der Zeltwand entstehen. Vielleicht sieht eine Hand plötzlich aus wie ein Vogel. Oder ein ganz gewöhnliches Kuscheltier wird zum riesigen Bären.
Du kannst mit einem Satz anfangen:
„Mitten im Wald wohnte ein kleiner Bär, der eines Abends ein seltsames Geräusch hörte …“
Was passiert als Nächstes? Das entscheidet ihr gemeinsam.
Für jüngere Kinder kann daraus ein einfaches Suchspiel werden: Wo sitzt der Hase? Wo versteckt sich der Teddy? Größere Kinder erfinden vielleicht gleich eine ganze Abenteuergeschichte.
Und wenn dein Kind es lieber hell mag, bleibt das Licht einfach an. Gemütlich muss nicht dunkel heißen.
3. Kleine Post für große Freude
Ich finde, selbst gemalte Briefe haben etwas unglaublich Liebenswertes. Da kommen drei bunte Striche auf einem gefalteten Blatt daher und bedeuten: „Das ist für dich!“
Aus dem Spielhaus kann ganz wunderbar eine kleine Poststation werden. Wenn ihr unser Spielhaus mit Briefkasten habt, darf der natürlich fleißig befüllt werden. Eine kleine Schachtel neben dem Zelt funktioniert genauso.
Ihr braucht nur Papier und altersgerechte Stifte. Vielleicht bekommt jedes Kuscheltier einen Brief. Vielleicht schreibt dein Kind dir eine Nachricht oder malt eine Einladung zum Tee.
Jüngere Kinder können die Post zustellen und wieder abholen. Größere Kinder gestalten Briefmarken, schreiben Namen auf die Umschläge oder eröffnen einen richtigen kleinen Postschalter.
Und wer weiß, vielleicht wartet am Ende auch ein Brief für dich im Briefkasten. <3
4. Auf Abenteuerreise durch den Spieltunnel
Manchmal ist ein gemütlicher Nachmittag genau richtig. Und manchmal müssen sich die kleinen Beine einfach bewegen!
Dann wird aus einem Spieltunnel, ein paar flach Kissen und dem Zelt eine kleine Abenteuerstrecke. Durch den Tunnel krabbeln, um eine Kisseninsel herum und am Ende im Zelt ankommen.
Vielleicht wohnt dort ein Drache. Vielleicht wartet ein Kuscheltier darauf, gerettet zu werden.
Für die Kleineren darf der Weg ganz kurz und einfach bleiben. Größere Kinder können selbst überlegen, wie die Strecke aussehen soll.
Ich würde dabei genügend freien Platz lassen und alles so aufbauen, dass nichts rutscht oder umkippt. Es braucht keine wackeligen Türme, damit eine Reise spannend wird.
Und übrigens: Wenn dein Kind unterwegs eine völlig andere Spielidee hat, darf der Parcours auch einfach wieder zum Wohnzimmer werden. :)
5. Campingurlaub mitten im Kinderzimmer
Wer sagt eigentlich, dass man für einen Campingausflug schönes Wetter braucht?
Das Spielzelt wird zum Campingplatz, eine Decke zum Schlafsack und die Kuscheltiere dürfen natürlich mitreisen.
Vielleicht packt ihr vorher gemeinsam eine kleine Tasche: Lieblingsbuch, Teddy, Snacks und Taschenlampe. Was braucht man noch für so eine wichtige Expedition?
Dann wird eingecheckt.
Ihr könnt euch vorstellen, welche Geräusche draußen zu hören sind. Raschelt dort ein Igel? Ruft eine Eule? Oder ist es doch nur Papa in der Küche, hahaa.
Jüngere Kinder haben vielleicht schon Freude am Ein- und Auspacken. Größere Kinder malen eine Wanderkarte oder überlegen, wohin die nächste Reise führt.
Und das Beste an diesem Campingplatz? Das eigene Bett und ein trockenes Badezimmer sind nicht weit entfernt.
6. Vorhang auf fürs kleine Zelt-Theater
Heute findet im Spielzelt eine Vorstellung statt!
Zwei Kuscheltiere können die Hauptrollen übernehmen. Oder ein paar Handpuppen, falls ihr welche habt. Du brauchst weder eine Bühne zu bauen noch vorher eine Geschichte auszuarbeiten.
Vielleicht treffen sich ein Hase und ein Bär und wissen nicht, was sie an diesem Regentag machen sollen. Vielleicht sucht eine kleine Katze ihren Lieblingsplatz.
Bei jüngeren Kindern kannst du anfangen und schauen, ob sie mitmachen möchten. Größere Kinder führen vielleicht selbst ein Stück auf, malen Eintrittskarten oder weisen dir einen Platz im Publikum zu.
Ich mag daran besonders, dass es kein richtiges Ende geben muss. Wenn der Bär plötzlich fliegen kann und die Katze lieber Pfannkuchen backt, dann ist das eben so.
Es ist schließlich die Geschichte deines Kindes.
7. Eine Bücherhöhle, in der nichts passieren muss
Nach all den Abenteuern darf es auch wieder ruhig werden.
Ein paar Kissen, eine Decke und zwei oder drei Lieblingsbücher machen aus dem Spielzelt eine kleine Bücherhöhle.
Vielleicht liest du vor. Vielleicht schaut dein Kind allein die Bilder an. Vielleicht erzählt es dir eine Geschichte, die mit dem eigentlichen Buch überhaupt nichts zu tun hat.
Auch das finde ich wunderbar.
Für jüngere Kinder eignen sich vertraute Bilderbücher zum gemeinsamen Anschauen. Größere Kinder möchten vielleicht selbst lesen oder ihren Kuscheltieren etwas vorlesen.
Und manchmal bleibt das Buch geschlossen und ihr kuschelt einfach ein bisschen.
Dann war es trotzdem eine schöne Bücherhöhle.
Was ich dir für Regentage mitgeben möchte
Diese Ideen sollen dir den Alltag leichter machen. Nicht noch eine Aufgabe auf deine ohnehin schon lange Liste setzen.
Du musst nicht jeden Nachmittag mitspielen. Nicht jede Langeweile sofort auflösen. Und auch nicht dafür sorgen, dass aus jeder freien Minute etwas besonders Wertvolles entsteht.
Manchmal reicht ein kleiner Anfang: „Wollen wir dem Teddy heute eine Arztpraxis bauen?“
Und manchmal passt gerade gar keine Idee. Dann darf es auch ein ganz gewöhnlicher, etwas chaotischer Regentag sein.
Für mich liegt das Schöne an einem Spielzelt genau darin: Es kann so vieles werden, ohne dass ständig etwas Neues gekauft werden muss. Mit den Dingen, die schon da sind, und den Geschichten, die dein Kind mitbringt.
Vielleicht wird draußen also weiter der Regen ans Fenster klopfen. Und drinnen öffnet gerade eine kleine Kuscheltier-Arztpraxis ihre Türen. :)
Alles Liebe, deine Martina von LIONHERZ <3